16.9.2017, Samstag, Vancouver, Tag 116

Theoretisch hätte es sein können, dass ich irgendwann heute Nacht durch ein Klopfen geweckt worden wäre. An einigen Stellen darf man bis 22 Uhr parken, an anderen bis 23 oder 24 Uhr. Aber überall in Meeresnähe auf den Parkplätzen ist das campen, oder das Nachts-Parken, verboten – was ich auch verstehen kann. Doch wenn man einige hundert Meter weiter fährt, bis in die nächsten Siedlungen, kann man sich dort zwischen die Autos der Anwohner mischen. Hier habe ich immer den Vorteil, dass ich nicht als klassisches Wohnmobil identifiziert werde. Insofern ist mein Sprinter, auch in der Allerweltsfarbe anthrazit, unscheinbar und vorteilhaft, was Übernachtungsplätze betrifft.

Habe ich eigentlich in der Vergangenheit die App iOverlander erwähnt? Für alle Reisemobilbesitzer, die versuchen, die klassischen Campingplätze zu vermeiden: Das ist eine sehr brauchbare Info-Quelle, die … auf dem Handy auch offline funktioniert. Das heißt, man hat eine Übersichts-Karte, oder auch eine Liste, auf der die Orte aufgeführt sind, die für Individualreisende interessant sind: Inoffizielle Stell- oder Campingplätze, oder weitere nützliche Location. Beispiel: „Hot shower at community center“. Nicht nur für mich, sondern auch für viele andere Reisende, ist das Duschen natürlich ein Thema. Ebenso wird hier in Vancouver der Laden „Black Forest European Deli“ mit den GPS-Koordinaten angegeben, da Europäer, speziell die Deutschen und deutschsprachig Reisenden ihre heimischen Brote und Würste vermissen.

Nach dem Aufstehen mache ich einen kleinen Spaziergang über die ausgewiesene Hundewiese, die sich zwischen meinem Parkplatz und dem Meer befindet.

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Unterhalte mich mit einem Camper, der in Vancouver lebt, ab und zu am Wochenende hierhin kommt, um diese besondere Location zu genießen. Seine Info: Kein Problem, hier einige Tage zu stehen. Wir unterhalten uns eine Weile, ich bekomme von ihm die Empfehlung, mich gen „Point Roberts“ aufzumachen. Circa 50 km südlich von hier gibt es eine sonderbare U.S.-amerikanische Enklave, ein kleines Dorf, in das nur eine Straße führt, das sonst vom Meer umgeben ist. Der dortige Campingplatzbesitzer soll auch Winter-Stellplätze vermieten, für ca. 50 Dollar pro Monat!! Das muss ich mir in Kürze ansehen.

Das nächste nette und interessante Gespräch führe ich mit „Jun“, einem 67.Jährigen, der seit 1 ½ Jahren in seinem umgebauten „Schoolbus“ lebt, seit 3 Monaten hier am Strand lebt, der sich demnächst auf den Weg nach Mexiko macht, um dort den Winter zu verbringen. Seit 15 Jahren verdient er seinen Lebensunterhalt als Fotograf.

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Dann, während ich frühstücke, schaut ein junger Mann zu meiner geöffneten Tür herein. Auch mit ihm, der hier studiert, ebenfalls einen (älteren) Sprinter zu einem Wohnmobil umgebaut hat, unterhalte ich mich ne Weile, werfe dann auch einen Blick in seinen Camper.

Hatte mir eigentlich vorgenommen heute Morgen den Campingplatz an der Lions Gate Bridge anzusteuern, doch die Zeit vergeht wie im Fluge, mit den verschiedenen interessanten Gesprächen. Die Alternative dazu ist: Endlich mal mein Fahrrad aus der Box zu holen, Luft auf den platten Reifen zu machen um zu schauen, wo das Problem liegt.

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Da die Luft jedoch zu halten scheint, unternehme ich zunächst ne kleine, dann ne größere Tour am Wasser entlang, ähnlich wie vor ein paar Tagen, als ich zu Fuß unterwegs war. Hoffe, dass ich nicht wieder Blasen produziere, an anderer Stelle …

Entdecke einige sehr außergewöhnliche Reisemobile:

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Ein Mini-Allrad-Camper!

Mit diesem Eigentümer würde ich mich sehr gerne unterhalten um zu hören und zu sehen, wie er den kleinen süßen Abenteuer-Mercedes ausgebaut hat:

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Dieses Auto finde ich klasse!

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Auch den Besitzer dieses Motorrades – aus Texas – sehe ich leider nicht.

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Freue mich sehr über meine Fahrrad-Tour, die mir einen ganz anderen Erkundungs-Radius ermöglicht. Immer wieder beeindruckend: Die kleinen Einfamilienhäuser in den kleinen Alleen, unweit vom Meer.

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Dann: Kunst am Meer:

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Bin nachmittags in „meiner“ Bücherei, um zu versuchen mit Kordula zu telefonieren – leider erfolglos. Kaufe im Safeway etwas Grillgut, da mich der gute Mann von heute Morgen zum Barbecue eingeladen hat.

Lerne seine beiden mexikanischen Freunde kennen. Einer von beiden fährt einen alten Westfalia-Bus, verbringt das Wochenende hier mit seiner 9-jährigen Tochter. Ganz netter Abend, mit ein paar Döschen Bier.

 

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