25.8.2017, Freitag, Whistler, Kanada, Tag 94

Entferne mich zeitig, gegen 8 Uhr, von meinem nicht ganz optimalen Übernachtungsplatz auf der Main Street. Es sind 11 Grad, es ist sehr bewölkt, laut Vorhersage soll es heute auch ein wenig regnen. Aus diesem Grund habe ich meinen geplanten Bergausflug auch auf morgen verschoben.

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Fahre tanken, da mich meine Anzeige darum bittet: Demnach fahre ich auf dem letzten Tropfen, was eigentlich nicht sein kann, da ich vor 50 KM 30 Liter getankt habe. Das, was ich jetzt einfülle, entspricht auch meiner Annahme. Hoffe, dass diese Fehlanzeige einmalig war.

In der Nähe der Tankstelle erblicke ich einen gleichen Sprinter, an dem vor einem Haus ein Mann irgendetwas arbeitet. Ich halte an, frage ihn, ob es hier in der Nähe eine Mercedes-Werkstatt gibt. Seit dem Reifenwechsel in Whitehorse leuchtet mein Luftdruck-Alarmsignal. Es ist nicht schlimm, doch irgendwann muss ich diese Anzeige mal ausstellen. Der Sprinter-Besitzer ist auch gerade dabei sein Auto auszubauen, und … ist ein Deutscher, kommt aus München! Wolfgang lebt seit 15 Jahren hier, arbeitet in einem der hiesigen Hotels als Küchenchef. Leider unterhalten wir uns nicht länger, da er mit seinem Sohn offensichtlich mitten in der Arbeit ist.

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Doch vielleicht meldet er sich per Mail …

Verbringe den Tag teilweise lesend im Auto, da es tatsächlich etwas regnet, erkunde später die Umgebung, da mir Wolfgang einige Orte genannt hat, an denen ich gut übernachten könnte. Finde jedoch nichts Entsprechendes. Bummel dann noch durch den Ort, einer Hochburg der Mountainbike-Fahrer, die die Berge, die normalerweise für die Skifahrer gedacht sind, hinunterheizen.

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Schreibe erneut in der Bücherei, begebe mich abends auf einem der großen öffentlichen Parkplätze (wo man eigentlich auch nicht übernachten darf) zur Ruhe, lese und schreibe in meinem nach wie vor geschätzten „Rolling Home“, in dem ich mich, am besten bei einem Bier, sau-wohl fühle.

Ich überlege, wie meine Reise demnächst, in der nächsten Woche, weitergeht. Bin mir nicht ganz sicher, ob ich mich zunächst mal ein paar Tage in die Metropole Vancouver begeben soll, oder … an der „Sunshine Coast“ entlang fahre, dann nach Vancouver Island übersetze. Eigentlich muss ich ja auch unbedingt noch in das Okanagan Valley, in die dortigen Weinberge. Da ich bestimmt ein oder zwei Kilo an Gewicht verloren habe, muss oder sollte ich in den letzten Wochen gezielt schmackhafte Kalorien suchen und finden. Ansonsten befürchte ich, dass man sich rückblickend Sorgen um mich macht. „Ach Junge, Du hast aber abgenommen“ – das ist ein Satz, den ich mir in den letzten Jahrzehnten einige Male habe anhören müssen. Meine stereotype Beteuerung „mir geht’s aber gut, ich hatte ein paar Reserven, die ich aufgebraucht habe“ wird dann leider nicht ernst genommen. Kann ich damit leben? Oder sollte ich den Schwerpunkt der nächsten Wochen auf das leibliche Wohl legen? Eine schwierige Entscheidung!!

Das kanadische Genuss-Gebiet – so stelle ich es mir zumindest vor – liegt 200 bis 300 Kilometer östlich von Vancouver. Habe ich Zeit für diese Schleife?? Oder bleibe ich lieber länger auf Vancouver Island? Dort gibt es bestimmt auch leckeres Nahrhaftes aus dem Pazifik, hoffe ich! Mein Plan, diese 500 Kilometer lange Insel von Nord nach Süd zu bereisen, ist ja ins Wasser gefallen, da der Highway, den ich hätte nehmen müssen, aufgrund der Waldbrände leider gesperrt war. What shall I do? Ich werde mich voraussichtlich irgendwie treiben lassen, werde sehen, wo mich mein Gefühl hinbringt.

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