16.8.2017, Mittwoch, Stewart, Kanada, Tag 85

Ich werde wach – es regnet, ziemlich heftig. Die Gruppe Holländer, die jetzt ihre Motorräder packen und aufbrechen, sind nicht zu beneiden.

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Doch auch mir macht es keinen Spaß, die nächsten Stunden ständig den Scheibenwischer vor der Nase zu haben. Doch am schlimmsten trifft es sicherlich diese „Helden“:

 

Ich stelle mir immer wieder die gleiche Frage: Wissen diese Abenteurer, worauf sie sich hier einlassen? Hunderte Kilometer nichts Besonderes, nur ein Highway meist ohne Seitenstreifen. Sie müssen unterwegs irgendwo zelten, am nächsten Tag in nassen Sachen weiterradeln.

Zu dem Regen kommt die Temperatur: 8 Grad!! Und das soll Spaß machen??

Mitten in der Pampa dann auf einmal eine Lodge, mit diversen Hütten, die alle recht ansprechend gebaut sind.

So wie ich es verstehe, sind sie speziell für die Wintersportgäste, die sich von hier mit dem Hubschrauber in die Berge fliegen lassen, um dann auf Skiern Tiefschnee-Erlebnisse zu genießen.

Auf dem Weg nach Stewart führt die Straße durch beeindruckende Schluchten, an Seen und Gletschern vorbei, was bei Sonne sicherlich noch um ein Vielfaches schöner wäre.

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Nachmittags erreiche ich mein Ziel, das Dorf Stewart, es gießt in Strömen. Doch als ich aus dem Visitor-Center herauskomme, hört es plötzlich auf, so dass ich einen kleinen Bummel durch die Main Avenue machen und diverse alte Häuser fotografieren kann.

 

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Das kleine Dorf erinnert mich an Dawson City, wo es ähnliche alte „Westernhäuser“ gibt. Doch die Attraktion für mich liegt im benachbarten Hyder, in Alaska: Dort soll es eine spezielle Stelle an einem Fluss geben, wo Bären Lachse fischen. Also mache ich mich dorthin auf. Zu meiner Verwunderung gibt es keine Grenzbeamten, weder auf kanadischer, noch auf amerikanischer Seite.

An besagter Stelle angekommen werde ich darauf hingewiesen, nicht auf der Straße zu laufen, sondern einen gezimmerten Steg zu benutzen.

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Meinen die das ernst, oder will man hier den Touristen nur einen Nervenkitzel bereiten? Sicherheitshalber folge ich dieser Anweisung. Am Fluss warten schon jede Menge mit Kameras Bewaffnete auf die Lachsfischer.

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Für mich ist es schon durchaus interessant die vielen Lachse in dem Fluss zu sehen …

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hunderte, und keine kleinen. Wenn man das Foto zoomt, sieht man die vielen schwarzen Striche, die Lachse. Schade, dass ich jetzt nur das Handy und meine Pocketkamera dabei habe.

Ich frage einen Mann auf dem Steg, wie lange er schon hier ist. „3 Stunden“. Tja, Tierbeobachter sollten halt geduldig sein. Es gibt auch 2 Ranger, die aufpassen, dass gewisse Touris nicht die Beobachtungsplattform verlassen. Auch weisen sie immer wieder darauf hin, dass man hier kein Blitzlicht benutzen darf. Dann taucht tatsächlich ein Schwarzbär auf, der gemütlich aus dem Gebüsch Richtung Fluss wandert, und schon nach wenigen Minuten einen Lachs gefangen hat, diesen dann am Ufer, leider am gegenüberliegenden, verspeist. Es ist schon ein tolles Erlebnis, das mitanzusehen. In Homer (Alaska) gab es Flüge zu eben solchen Flussbereichen. Im Vergleich zu den 300 oder 400 Dollar, die ein derartiger Ausflug dort gekostet hätte (was mir für diesen Spaß zu teuer war), ist der Eintrittspreis hier, von 6 Dollar, fast geschenkt. Ich mache schon ne Menge Fotos, doch ohne Tele ist es einfach schlecht.

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Der stattliche Schwarzbär geht ca. 100 Meter flussabwärts, um dann – vielleicht hat man ihn dressiert? – wieder umzudrehen, sich erneut fotografieren zu lassen. Für die vielen Großkamerabesitzer eine super Gelegenheit Fotos zu schießen.

Von hier hat man auch die Möglichkeit zu einem Riesen-Gletscher zu fahren, ca. 30 KM sehr schlechte Schotterpiste. Würde ich gerne machen, doch die Wolken hängen so tief, dass man sicherlich nichts von dem Gletscher zu sehen bekommt. Das ist die Aussage der Ranger.

Während der Rückfahrt nach Stewart kurz vor der Grenze interessante Schilder:

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Hyder hat, wie ich später erfahre, noch 40 Einwohner. Die meisten Häuser sind verlassen und verfallen.

Nun eine andere Grenzerfahrung: Alle nach Kanada Einreisenden werden tatsächlich kontrolliert! Ich habe noch das US-amerikanische Visum im Pass eingeheftet. Das hätte eigentlich der Beamte vor einer Woche, als ich mit Charly in Alaska war, herausnehmen sollen. Somit bin ich jetzt für die amerikanischen Behörden noch in den USA. Das muss ich bei meinem Abflug aus Vancouver mit den dortigen Beamten besprechen.

Abends muss ich natürlich in einem der Restaurants in Stewart Lachs essen – köstlich!

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