14.8.2017, Montag, Teslin, Kanada, Tag 83

Relativ schnelles Frühstück, da der wichtige Termin für Charly ansteht. Es ist nicht wirklich downtown, wie ausgeschrieben, sondern 9 km außerhalb – egal. Wir sind pünktlich kurz nach 9:30 Uhr dort, ich warte im Auto vor dem Haus, während Charly seine „erste Chance“ in Kanada wahrnimmt.

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Die recht lange Zeit, die er fernbleibt, deute ich als gutes Zeichen. Und dann kommt er aus dem Haus, mit dem Daumen nach oben: Es hat geklappt, er hat ein neues Zuhause, und gleichzeitig den ersten Job – super!! Das freut nicht nur ihn, sondern natürlich auch mich! Er erzählt, dass die Hauseigentümerin, eine ältere Dame, 11 erwachsene Kinder hat, diese fast alle ihre eigene Familie haben, nicht mehr dort wohnen. Ein Sohn ist damit beschäftigt, sich in den großen Haus eine eigene Wohnung zu bauen. Dabei benötigt er Hilfe, das ist sein Job, 5 Stunden täglich, an 5 Tagen pro Woche. Dafür wohnt er dort in seinem eigenen Zimmer, mit Vollpension – ein faires Angebot. Und für Charly ein super Start, so dass er sich nun, mit ein bisschen Ruhe, um die eigentliche Jobsuche, als Zimmermann, und um ein Auto kümmern kann.

Während wir im Sprinter seine Sachen zusammen suchen, kommt die Dame aus dem Haus, um mit ihrem Auto wegzufahren. Ich nutze die Gelegenheit um mich vorzustellen, und … um ein paar Worte mit ihr zu wechseln: Sehr sympathisch!

Es ist schon ne Menge, was Charly nun mit in seine neue Unterkunft mitnimmt. Ich hatte ja einige Dinge, wie Arbeitshose, Schuhe, Winterjacke, Werkzeug, beim Verschiffen des Autos mit auf den Weg genommen. Dazu kommt der neu gekaufte Schlafsack. Ohne Wagen hätte er Probleme, sein Hab und Gut demnächst zu transportieren. Aber das ist ja auch sein Plan, um flexibel zu sein, in diesem Jahr zu reisen, und an verschiedenen Orten zu arbeiten. Nun ist nur zu hoffen, dass die ersten Tage, die Zusammenarbeit klappt.

Mein Programm für den heutigen Tag: Reifenkauf. Fahre 3 Läden an, um mich beraten zu lassen, Preise einzuholen. Die Angebote liegen zwischen 450 und 650 Dollar. Entscheide mich für das günstigste, bei der nationalen Kette „Canadian Tire“, eine Mischung aus Metro, Baumarkt und Autozubehör-Laden, riesen-groß. Mache einen Termin für 16:30 Uhr.

Unser Hunger treibt uns in das im Reiseführer empfohlene Lokal „Burnt Toast“, wo wir sehr lecker essen.

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An der Tankstelle erblicke ich ein bisher noch nicht gesehenes Objekt: Auf einem Hänger, hinter einem Wohnmobil, sind Teile eines kleinen Flugzeugs befestigt. So wie es aussieht, wir dieses „Floating Plane“ (Wasserflugzeug) dort, wo es eingesetzt werden soll, zusammengesetzt. Laut Nummernschild ist der Pilot, oder das Päarchen, aus Alaska. Ich spreche die Frau, die sich an dem Wohnmobil befindet, an: Es sind Schweizer, die im Sommer in Europa, im Winter in Florida leben! Sie waren jetzt 2 Monate in Alaska und Kanada unterwegs, nun auf dem Weg zu ihrem amerikanischen Zuhause. Nettes und sehr interessantes Gespräch auch mit ihrem Mann, dem ich erzähle, dass ich vor vielen Jahren auch eine PPL-A Lizenz hatte, sein Flieger meinen Wunsch nährt, vielleicht doch noch mal in die Luft zu gehen. Er beschreibt diesen Teil der Welt, im Gegensatz zum reglementierten Westeuropa, als Luftsport-Paradies, in dem man eine kaum vorstellbare Freiheit hat. Doch das kann ich, nach fast 3 Monaten Reise, sehr gut nachvollziehen. Schade, dass wir an der Tanke nicht viel Zeit haben …

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Der Reifenwechsel ist kein Problem. Es ist schon erstaunlich, wie viel Lehm an der Innenseite der Felgen haftet …

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Nun fühle ich mich sicherer und wohler, mit 2 neuen Hinterreifen.

Dann bringe ich Charly zu seinem neuen Zuhause, werde von der Familie zu einem Bier eingeladen. Lerne 2 der Söhne und die Mutter kennen, sehr sehr nett!

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Bin erneut sehr froh, dass ich Charly nicht in einem Hostel, oder sonstwo zurücklassen muss. Wir verabschieden uns, hoffen, dass wir Anfang nächsten Jahres erneut irgendwo in Kanada zusammenkommen. Ich muss ja mein Auto – von Vancouver – weiterbewegen.

Bevor ich mich auf den Highway begebe, arbeite ich noch ein Stündchen in der Bücherei an meinem Blog, bringe ihn fast up-to-date.

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Um 21 Uhr schließt mein liebgewonnenes Haus, in, und an dem ich in der letzten Zeit viele Stunden verbracht habe.

Dann geht’s los, grobe Richtung gen Süden, doch zunächst gen Osten, da es „hier oben“ nicht allzu viele Straßen gibt. Heißt: Auf dem „Alaska Highway“ Richtung Watson Lake, von dort auf dem Cassiar Highway Richtung Prince Rupert.

Fahre 2 bis 3 Stunden, bis Teslin, bis ich müde werde.

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