21.6.2017, Mittwoch, Valdez, Alaska, USA, Tag 29

Fahre gegen 8 Uhr los, ohne Frühstück, da ich keine Lust habe, die Heizung anzumachen. Draußen 8 Grad, im Auto 13.

Das erste Café, das ich erblicke, sieht nicht so aus, als wenn man mir mit einem heißen Drink, und vielleicht auch etwas zu essen, helfen könnte:

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Die Landschaft hat sich seit Kanada verändert. Die Weitläufigkeit ist geblieben, doch die Szenerie ist anders. Ich würde es mit einem unbevölkerten „Sauerland (oder auch Harz) im Großformat“ vergleichen: Wälder, ohne Ende, ein paar Hügel, sonst nichts.

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Dann erscheint das, wonach ich gesucht habe: Eine „Raststätte“:

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Wie auch bereits am Anfang der Reise, einer von meinen geliebten Tante-Emma-Läden, in denen man alles bekommt, auch eine heiße Schokolade. Auf meine Frage nach etwas Essbarem erklärt mir die nette Dame, dass es zwar hier kein richtiges Café sei, dass sie mir jedoch in der Mikrowelle etwas aus dem Kühlschrank warm machen könnte. Sie folgt meiner Bitte nach dem, was die meisten ihrer Kunden hier zum Frühstück essen: Eine Art Hamburger, mit Schinken und Käse – nicht mein Favorite, doch essbar. Setze mich zu 2 locals an den Tisch, die sich mit der Chefin unterhalten – ich verstehe so gut wie nichts. Versuche mit ihnen ins Gespräch zu kommen, doch sie sind recht wortkarg.

Sehe die Headline in der Zeitung:

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Bär tötet Läufer, 16 Jahre …

Wie man sieht, sollte man sich auch hier, in Alaska, vor diesen Geschöpfen in Acht nehmen.

Am Ende meines Frühstücks komme ich doch noch mit den beiden ins Gespräch. Sie empfehlen mir, nicht direkt nach Anchorage zu fahren, sondern nach Valdez, um von dort mit einer Fähre nach Whittier zu fahren, die Fjorde und Gletscher zu sichten. Gute Idee, mach ich.

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Ich komme an einer Lodge vorbei, die mir sehr gefällt: Mit kleinem Flieger neben dem Haus, und einer Start- und Landbahn „im Garten“:

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Sehe später in einem Visitor-Center den zur Lodge gehörenden Flyer:

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Bin jetzt schon ein paar Mal an kleinen Flugplätzen vorbei gekommen:

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Sie sind sicherlich nicht in erster Linie für die Touristen gedacht. So wie in Kanada in sehr vielen Hauseinfahrten ein Wohnmobil oder ein Wohnwagen steht, so scheinen hier die Leute das Flugzeug als normales Verkehrsmittel einzusetzen, um von A nach B zu kommen. Bei diesen Distanzen macht das Sinn.

Mache einen Stop in Glendallen. Die Dame im Visitor-Center gibt mir die Empfehlung, nicht ihr kostenpflichtiges Internet zu nutzen, sondern 2 Meilen weiter zu fahren, um vor dem Gebäude der Bücherei das Netz zu nutzen. Sehr nett!

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Das klappt auch ganz gut, so dass ich mich anschließend bei dem Herrn, der dort arbeitet, für diesen Service bedanke, worüber er sich sehr freut.

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What a camper!

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Eine wunderbare Mischung aus Alt und Neu. Ob ich damit in den Urlaub fahren möchte, weiß ich nicht. Das Fahren ist sicherlich harte Arbeit, und alles andere als komfortabel.

Auch eine derartige alte Karosse wird noch sinnvoll eingesetzt: Als Eyecatcher für ein B&B.

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Wie ich im Reiseführer gelesen habe, befinde ich mich auf einer der schönsten Strecken Alaskas. Leider bekomme ich von der Umgebung aufgrund des Wetters davon nichts mit.

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Das finde ich sehr schade!

Am frühen Abend erreiche ich mein Etappen-Ziel Valdez, steuere zunächst den Hafen an, um mich nach einer Fähre nach Whitier zu erkundigen. Theoretisch hätte ich morgen die Möglichkeit, nur … sie ist voll. Die einzige Chance: Um 5:30 Uhr, 2 Stunden vor der Abfahrt, dorthin zu kommen, um als Standby-Passagier mitgenommen zu werden. Die nächste Möglichkeit: Samstag, also 2 Tage später. Ich habe Zeit, mir das in Ruhe zu überlegen.

Fahre zu einem Wohnmobil-Park, der sehr zentral gelegen ist, direkt am Hafen, bekomme dort einen Platz, für 45 Dollar!

Mache einen Rundgang, sehe das, was an der Ostküste Kanadas der Hummer war: Hier ist es der Heilbutt, die Spezialität Nr. 1.

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Klar, dass ich diesen ehemaligen Meeresbewohner in einem der Restaurants testen muss:

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Urteil: Ganz lecker, aber keine 40 € wert. Das local beer dagegen ist super.

Beim Essen entscheide ich mich doch gegen die Fähre am morgigen Donnerstag. Habe im Internet gesehen, dass das Wetter in den nächsten Tagen besser werden soll, ab morgen Nachmittag. Es wäre sehr schade, wenn ich während der 6-stündigen Passage nur, wie heute, Wolken sehen würde. Hier, im Prince Williams Sound (so heißt die Bucht) gibt es, wie an der gesamten, ca. 2.000km langen Küste Alaskas, viele Kreuzfahrt-Schiffe, die aufgrund der malerischen Kulisse (Fjorde, Berge, Gletscher) hier entlang schippern. Einen Teil davon möchte ich auch gerne vom Wasser aus genießen! Hoffentlich spielt mir das Wetter keinen Streich!

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