Montag, 5.6.2017, Pankake Bay, Ontario, Kanada, Tag 13

Meine Schlafstätte mit dem göttlichen Netzwerk

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Um 4:50 Uhr klingelt das Telefon: Das Johannes-Stift informiert mich über die Krankenhauseinweisung meiner Mutter.

Kann dann nicht mehr einschlafen, stehe um 7 Uhr auf, warte dann auf den Anruf von Kordula. Telefoniere eine Weile mit Arezoo, mit der ich gestern Abend kurz aus dem Restaurant gesprochen hatte.

Nach dem Frühstück im Auto kommt dann der ersehnte Anruf von Kordula mit der beruhigenden Info, dass es wohl nichts Ernstes ist. Die Ärzte vermuten, dass sich ein Gallenstein gelöst hat. Aufatmen! Wir telefonieren ca. 1 Stunde, überlegen, was jetzt zu tun ist. Heute ist ja leider ein Feiertag (Pfingstmontag), so dass an einem solchen Tage in einem deutschen Krankenhaus nur ein Notprogramm gefahren wird. Kordula wird morgen früh erneut dorthin fahren, dann hören, wie es weitergeht. Also werden wir zunächst im permanenten Telefonkontakt stehen. Grundsätzlich haben wir bisher auch alle 2 Tage telefoniert, doch jetzt wird es täglich sein.

Fahre meine geplante Strecke, Richtung Thunder Bay. Laut Reiseführer soll das eine der schönsten Routen in Kanada sein: Ca. 800 km am Lake Superior entlang, dem größten Süsswassersee der Welt. Durch die Mitte des Riesen-Sees führt die Grenze zu den USA.

Zunächst ist das Wetter wunderbar, 18 Grad, dann sogar 20, Wolken mit Sonne. Dann wird’s recht plötzlich grau und es schauert heftig, die Temperatur fällt auf 12 Grad. Doch wenig später ist die Sonne wieder da. Der erste Teil dieser Küstenstraße entspricht dem, was der Reiseführer angekündigt hat: Traumhafte Landschaft, mit Stränden, die öffentlich zugänglich sind, an denen man auch Rast machen kann. So habe ich mir Kanada vorgestellt und gewünscht.

Siehe gestrige Fotos. Habe sie falsch zugeordnet.

Fahre bis nachmittags, sehe in meinem Reiseführer 2 Campingplätze, der lobend erwähnt werden, beide der direkt am Wasser. Der erste kommt nicht in Frage, da ich unbedingt WIFI haben muss, für das morgige Telefonat. Beim 2. habe ich Glück, denke, dass es auch die bessere Wahl ist: Der erste:

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… riesig groß, Bestandteil eines öffentlichen Parks, in dem es eine Menge wunderschöne Wanderwege gibt. Wenn ich jetzt Zeit hätte … -;)

Der zweite:

Sehr klein und überschaubar, wird geführt von 2 älteren Brüdern, die nicht sehr energiegeladen sind. Auch im Reiseführer wird der Platz als „oldfashioned“ beschrieben, für mich ist er klasse, habe Blick auf den See.

Habe einen ziemlichen Hunger, entscheide mich, das Angebot des Campingplatzes auszuprobieren. Bestelle ein Käse-Toast, und … das, was ich schon in Québec testen wollte, die kanadische Spezialität: Poutine.

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Wie man sieht, ist es eine Portion Pommes, mit … geraspeltem Käse, und … einer Bratensoße. Genau das soll es im ganzen Land geben. Aber nicht (mehr) für mich! Es ist grauenvoll! Wenn die Pommes nur halb so gut gewesen wären wie die deutschen, oder besser noch die hölländischen, ich wäre zufrieden gewesen. Aber diese Pampe empfinde ich als Zumutung! Und das komische Käsetoast ist auch nicht besser! Mein extremer Hunger bringt mich dazu die Hälfte der beiden Speisen zu essen, der Rest geht dahin, wo normalerweise alles hingehört: In die Tonne!

Theoretisch hätte es ein schöner Abend werden können, mit einem Bilderbuch-Sonnenuntergang bei einem Döschen Bier in der Holz-Hollywood-Schaukel, die nur ein paar Meter von meinem Auto entfernt ist. Aber … es sollte nicht sein. Anstatt wie gerade beschrieben den Abend zu genießen muss ich um mein Leben kämpfen: Mücken ohne Ende!!! Ich wage mich nicht mehr aus dem Auto! Doch auch drinnen habe ich mit den Blutsaugern zu kämpfen! Und das einen Großteil der Nacht!

Normalerweise hätte ich dem Motorradfahrer, der kurz vor der Dunkelheit in meiner Sichtweite sein Zelt aufbaut, ein kaltes Bier angeboten. Doch unter diesen Umständen: No way.

2 Kommentare zu „Montag, 5.6.2017, Pankake Bay, Ontario, Kanada, Tag 13

  1. Hallo Olaf,

    wunderschöne Fotos und echt lesenswerte Texte. But: More food photography, please! Das gruselt so schön (nicht die sehr ansehnlichen lobsters)!! Jürgen

    Gefällt mir

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