Montag, 29.5.2017, New Brunswick, Kanada, Tag 6

Wache gegen 7 Uhr auf, es sind 12 Grad in meiner Schlafsuite, dummerweise funktioniert die Heizung nicht, da ich nicht genug Diesel im Tank habe. Aus dem Schlafsack heraus Telefonat mit Kordula, u.a. um die alltäglichen Bochumer Aufgaben zu besprechen (Neuer Wohnsitz von Mohamads Bruder Mannouh in der Wasserstr.) und … das Synchronisationsproblem. Funktionierende Konferenzschaltung, mit den Hardware-Spezialisten in Witten, über das für Laien faszinierende Team-Viewer-Programm. So rückt die Welt zusammen, werden räumliche Grenzen überwunden – klasse!

Und … Problem gelöst, die automatische Übertragung von den Fotos vom Handy auf den Laptop klappt (wieder). Nun muss ich es nur noch schaffen, die Bilder vom Rechner in den Blog zu schaufeln, in datentechnisch minimierter Größe. Das ist die nächste Herausforderung, die mir bevorsteht!

Während unseres Telefonats steigt glücklicherweise die Temperatur im Auto, da … man mag’s kaum glauben, die Sonne scheint. Leider steigt auch mein Hungergefühl und der Wunsch zu frühstücken. Probiere mich jedoch vorher noch mit gerade formulierte Aufgabe, doch ich muss feststellen, dass ein leerer knurrender Magen meine Denkfähigkeit und Geduld arg strapaziert. Also … später.

Eigentlich könnte ich jetzt meinen ersten selbstgemachten Tee auf kanadischem Boden in Angriff nehmen (da ich mich ja seit gestern Nachmittag über einen gefüllten Gastank erfreuen kann). Das Ganze dauert mir jedoch zu lange, möchte gerne an einem schönen Platz, am besten mit Blick aufs Meer, ein ausgiebiges Mahl zu mir nehmen.

Insofern suche und finde ich ca. 1 km weiter des Weges genau das, was ich brauche: Einen dieser tollen kleinen Läden, in denen Einheimische und Touristen alles Lebenswichtige käuflich erwerben können. In meinem Fall heißt das: Einen Tee und eine Banane. What a breakfast – delicious! Nach einem netten Plausch mit der Inhaberin und einem Erinnerungsfoto von ihr verabschiede ich mich. Sie erzählte mir übrigens, dass es hier, auf dem Berg (ein besserer Hügel, 300 Meter) vor 2 Wochen geschneit hat. Also doch keine Fatamorgana unterwegs.

Stelle fest, dass mein Auto „nicht ganz dicht“ ist. Aus der Klappe des Anschlusses für die Außendusche tropft Wasser. Als ich die Klappe öffne, kommt mir ein Schwall entgegen. Na klasse. Bin zunächst ratlos, habe keine Ahnung was ich machen kann.

Erneutes Telefonat mit dem Technical Headquarter Germany, mit der Bitte Pit zu kontaktieren. Konferenzschaltung klappt, doch Pit ist erkrankt. Mark meint, dass sich vielleicht irgendwo an dem Ventil etwas Schmutz befindet …

Mein anschließender Versuch, den Duschschlauch auf das Ventil zu schieben, funktioniert leider auch nicht. Merkwürdig. Da das kein gravierendes Problem darstellt, vertage ich die weitere Untersuchung, werde mich in den nächsten Tagen darum kümmern, mir ggfs. kanadisches Know How zur Seite holen.

Die weitere Fahrt ist so wie gestern: Super! Wenn jetzt noch die Temperatur passen würde, dann wäre ein mehrtägiger Stopp sehr wahrscheinlich.

Ausgiebiger Brunch im Auto. Habe leider noch keine richtige Sicht nach draußen, was sich dann beim nächsten Tanken ändert: Frage den netten Tankwart, ob er mir jemanden empfehlen könnte, der mir beim Entfernen der Fenster-Folie behilflich ist. Nach meiner Erklärung, was ich vorhabe, sagt er mir „I have a heatgun“. Na dann, an die Gewehre! Fahre in seine Werkstatt, leihe mir seine „gun“, und nach kurzer Zeit habe ich die Folie rückstandslos beseitigt. War ein kurzer Versuch, den Einblick ins Innere meines Herzensprojekts zu verhindern. Dumm nur, dass der Ausblick auch beeinträchtigt war. Es hätte so sein sollen wie im VW-Bus: Rausschauen ja, reinschauen nein.

Auf der Suche nach einem weiteren WLAN-Spot lande ich in einem extrem vornehmen Golf-Club. Direkt am Meer, traumhafte Lage. Die Fischsuppe ist lecker, auch der Tomatensaft. Doch dafür ca. 20 Euro, naja. Telefoniere lange mit Kordula, speziell zum Thema Blog, wir kommen nicht wirklich weiter. Mein kleiner Trost: Es liegt nicht nur an meinem begrenzten technischen Verständnis! Werde morgen Steffi kontaktieren, bin sehr optimistisch, dass sie mir/uns helfen kann.

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Die Golfplatz-Karossen
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Hier kann man sicherlich schön spielen. Das ist mein Blick während der Fischsuppe!

Überlege dann, wie es zieltechnisch weiter geht. Würde hier gerne einen Pausentag einlegen, ein bisschen spazierengehen, das Tagebuch aufarbeiten, relaxen. Bisher war ich leider immer unter Strom, konnte nicht wirklich relaxen.

 

Unternehme meine erste unplanmäßige Offroad-Tour, sehe jedoch keine (schöne) Stelle, an der ich ohne Probleme mal nen Tag stehen kann. Entweder ist die Weg zu schmal, oder es befinden sich in der Nähe Häuser. Schade!

Also geht’s weiter. Entscheide mich dann, einen ziemlichen Teil der geplanten Tour zu streichen, stattdessen von hier direkt nach Québec zu fahren, dort einige Tagte Pause zu machen. 1.000 km trennen mich vom Ziel, werde die Fahrt dorthin jedoch ruhig angehen.

Fahre bis 21:30 Uhr, suche mir einen Parkplatz, in der Nähe des Highways.

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