Und es geht weiter, mit Informationen, hoffentlich auch mit der Technik

Mittwoch, 24. Mai 2017, In der Luft

Der erste Teil der Reise beginnt mit der Bahn, Etappenziel Frankfurt.

 

Wie war der Flug von Frankfurt nach Halifax?

Na ja, bin schon besser und komfortabler gereist. Warum? Die Luftverhältnisse in Hessen und NRW (die Tour führte laut Karte über Köln), dann auch später, im Niemandsland:: Nichts für Weicheier. Erinnerungen aus meiner Berlin-Zeit wurden wach: Die DDR-Autobahn mit ihren Bodenwellen und Schlaglöchern. Die Senioren unter den Lesern wissen sicherlich was ich meine. Für die „Unerfahrenen“: Es hat gerüttelt und geschüttelt, mehr als zu Zeiten von Erich Honecker in West-Fahrzeugen oder Plastetrabbis! Hatte mir kurzzeitig überlegt mal das Fenster aufzumachen, doch die -51°Grad draußen haben mich schließlich davon abgehalten.

Der Condor-Service erhält von mir die Note befriedigend, aufgrund der Verpflegung mit Note 4. Dieser saß meist auf seinen Sitzen, hatte schwerlich ne Chance, den bleichen Passagieren die eigentlich notwendigen Tabletten gegen Reiseübelkeit zu verabreichen.

Meine Sitznachbarin, eine ca. 25-jährige Kanadierin, wie sich im Laufe des Fluges herausstellt, ist nicht sehr kommunikativ – leider.

Bin sehr optimistisch, dass die Fahrt in meinem Sprinter weniger holprig wird. Und wenn, dann kann ich zumindest das Fenster aufmachen und für frische Luft sorgen!

In Halifax angekommen verpasse ich um 5 Minuten den Bus in die ca. 35 km entfernte City. Das heißt, eine knappe Stunde warten. Gehe auf ein Bier (0,4 = 6 €) in das benachbarte Hotel. Nach einigen Schwierigkeiten – mit der Buslinie hat sich aufgrund von Bauarbeiten einiges geändert – und 2-maligem Umsteigen erreiche ich nach ca. 3 Stunden das Hostel. 6-Bett-Zimmer – ist mir egal, bin todmüde.

 

Donnerstag, 25.5.2017

Stehe um 6 Uhr auf, da ich schon ne Weile wach im Bett liege, mache einen schönen Spaziergang in der frühlingshaften Morgensonne, erkunde das Umfeld, hoffe vielleicht irgendwo einen Tee trinken zu können – leider ohne Erfolg. Das Hostel liegt zwar in der Nähe der City, komme jedoch fußläufig nicht bis dorthin.

Wieder zurück lerne ich in der Küche Warren, einen ca 65-jährigen Kanadier kennen. Genau das schätze ich an Hostels, im Gegensatz zu Hotels: Man kommt sofort mit Gästen ins Gespräch. Die meisten von ihnen sind zwischen 20 und 30 Jahren, doch ab und zu gibt es – ich erinnere mich an Vilnius in Litauen – auch mal einen weiblichen oder männlichen Gast in meinem Alter. Insofern bin ich dann nicht mehr der Exot.

Warren, aus Vancouver, erzählt gerne und auch interessant, über die gesamte Weltpolitik. Leider habe ich nicht wirklich ein Ohr, da ich auf der einen Seite Hunger habe, auf der anderen Seite dringend die Spedition anrufen muss, um zu sehen, ob mein „Rolling Home“ bereits abholbereit ist. Beim 2. Telefonat klappt’s: Mein Auto wartet auf mich! Nach einem schnellen Frühstück im Café des Hostels bestelle ich ein Taxi, das mich zu dem 11 KM entfernten besagtem Büro bringen soll. Theoretisch kein Problem, doch praktisch schon, da … der schon etwas getagte Taxifahrer keine Ahnung hat, wie er zu der von mir genannten Adresse komme kann. Navi? Fehlanzeige. Als ich ihm dann die Tel.-Nr. des dortigen Büros gebe, und er dann telefoniert, kommen wir gemeinsam weiter, und … schließlich auch dort an. Da er einen netten vertrauenswürdigen Eindruck macht, frage ich ihn, ob er nicht vielleicht warten will. Ich könne schnell fragen, wie lange mein Job dort dauert. Gesagt, getan, innerhalb von 5 Minuten und dem Bezahlen der Gebühr, ca. 100€, bin ich wieder draußen, sitze wieder bei meinem Oldie im Taxi. Diesmal kennt er den Weg, zum Zollamt. Auch dort geht es relativ schnell und problemlos, ich muss einige Fragen beantworten. Dank meiner vorherigen Informationen weiß ich, worauf ich zu achten habe.

Als der Mann, der in gebührendem Abstand hinter mir steht, hört, dass ich vorhabe zum nächsten Ziel, dem Hafen, der „nur“ 2 bis 3 KM entfernt sein dürfte, laufen will, bietet er sich an, mich mit seinem Auto mitzunehmen – sehr nett. Bin von seinem Auto, das er als „Truck“ bezeichnet, beeindruckt: Ein für deutsche Verhältnisse Riesen-Teil, sicherlich ein 8-Zylinder.

Tja, und dann habe ich endlich mein ersehntes Gefährt, in einem unversehrten Zustand, was ich nach genauem Check feststelle. Leider habe ich meinen 8er Maulschlüssel nicht dabei, dieser befindet sich noch im Rucksack, und der ist im Hostel. Ich hätte auch ohne die Gitterdemontage hinter Fahrer- und Beifahrersitz hinter dem Steuer sitzen können, nur in nicht bequemer Position. Es hilft mir jedoch ein deutscher Wohnmobilfahrer, der in meiner Nähe steht. Er erzählt, dass er mit seiner Frau ca. 2 Jahre in Nordamerika unterwegs sein will.

Was bin ich froh, dass alles so gut und ohne Probleme geklappt hat, und … bei gutem Wetter, entgegen der Vorhersage, die den ganzen Tag Regen prophezeit hat.

Schade, dass ich Thorsten nicht getroffen habe. Sein Auto war im Hafen nicht (mehr) zu sehen. Also wird er wohl früher als ich dort gewesen sein.

Schnell zum Hostel, den Rucksack abholen, dann geht’s los. Eigentlich hatte ich geplant noch 1 oder 2 Tage in Halifax zu verbringen, mir die Stadt (ca. 400.000 Einwohner) anzuschauen. Doch nun möchte ich „raus“. Irgendwo hin, wo es nicht so hektisch ist, ich in Ruhe weitere Vorbereitungen im Auto treffen kann.

Fahre die von „Seabridge“ veröffentlichte Adresse an, ca. 10 km außerhalb der City, wo es neben Diesel auch Gas zu tanken geben sollte. Dem ist leider nicht so, also bleibt’s nur beim Diesel, der hier in Kanada glücklicherweise nur ca. 70Cent pro Liter kostet.

Anschließend ist Einkaufen angesagt. Muss den Kühlschrank, der leider zur Zeit ohne Gas auskommen muss, etwas befüllen. Komme mir in dem Riesen-Riesen-Supermarkt, in Deutschland kenne ich nichts vergleichbares, total verloren vor. Das, was mich zusätzlich ärgert: Alle Verpackungseinheiten sind wesentlich größer als bei uns. Zielgruppe Singles: Scheint es hier nicht zu geben.

Wo soll’s jetzt hingehen? Nach meiner Planung zuhause zunächst mal ein bisschen südwestlich, Richtung „Peggys Cove“, einem ca. 80 km entfernten Touristen-Magnet, einem kleinen Dorf, mit dem, lt. Reiseführer Fotomotiv schlechthin: Dem berühmten Leuchtturm.

Dort angekommen verschlechtert sich das Wetter so wie angekündigt, nur regnet es (noch) nicht. Meine Begeisterung für den Leuchtturm hält sich in Grenzen. Denke, dass es auf den deutschen Nordsee-Inseln gleiche Bauwerke gibt, die sich hinter der kanadischen Attraktion nicht verstecken müssen. Alles ist eben relativ.

Da ich neben Diesel und Gas auch noch Wasser tanken muss, steuere ich abends, im leichten Regen, bei mittlerweile 8 Grad, einen Campingplatz an, falle um 19:30 Uhr glücklich, doch erneut sehr müde – der Jetlag lässt grüßen – auf mein Bett.

 

Freitag, 26.5.2017

Starte gegen 9 Uhr Richtung Lunenburg, die ebenfalls im Reiseführer hochgelobte kleine Stadt. Kurz davor komme ich nach Mahon Bay. Dort, wie auch schon auf meinem bisherigen Weg vereinzelt zu sehen: Alte, sehr gepflegte, farbige, grundsätzlich freistehende Holzhäuser, immer mit riesigem Garten drum herum. Es fällt mir auf, dass überall die sehr sehr großen Rasenflächen ausnahmslos so aussehen, als wenn sie alle 2 bis 3 Tage gemäht werden. Vielleicht ist das ein kanadischer Volkssport: Rasenmähen! Die Häuser sind auf jeden Fall immer wieder ein Foto wert, zumal es nicht nur welche in dezenten Farben gibt, sondern auch bunt leuchtende. Das ist genau das, was ich in Deutschland vermisse: Farbe im Alltag! Bei uns ist alles, oder fast alles, grau.

In Kanada, zumindest dort, wo ich mich gerade bewege, in Nova Scotia, ist es zur Zeit das Wetter, das mich an die Heimat erinnert. Doch zuhause ist es wahrscheinlich gerade sogar noch besser.

Als ich in Lunenburg eintreffe, hört Gott sei Dank der Regen auf, so dass ich einen kleinen Bummel unternehmen kann. Der eisige Wind, nicht stark, jedoch unangenehm, trübt den Blick auf diese wirklich tolle kleine Stadt, die den Namen „Weltkulturerbe“ wirklich verdient hat. Mein knurrender Magen treibt mich in ein sehr nettes kleines Café, in dem ich eine außerordentliche Fischsuppe genieße, und – der modernen Technik sei Dank – kurz über WhattsApp mit Kordula telefonieren kann.

Ich entscheide mich Richtung Port Royal zu fahren, einem nachgebauten Dorf der Ureinwohner Kanadas. Hört sich interessant an, ebenso das auf dem Weg liegende „New Germany“, bei dem ich jedoch nicht erkennen kann, warum dieses Dorf so heißt. Dafür anzuhalten und der Sache nachzugehen – dafür fehlt mir die Muße.

Nach ca. 2 Stunden Fahrt erreiche ich das Ziel, dass zwar interessant ist, jedoch nicht so, dass ich diesen Umweg empfehlen könnte.

Nach der letzten Campingplatzerfahrung ( für ca. 30 € ) entscheide ich mich zum „wilden Campen“, stelle mich in einem Dort eine Seitenstraße, zufälligerweise direkt vis a vis von einer Polizeistation.

 

Samstag, 27.5.2017

Muss jetzt nach 3 Tage aufholen.

Fortsetzung folgt!!

 

 

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